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Strom: Dynamisch sparen

27.11.2025
Wird es in Italien flexible Strompreise geben? Am 25. November 2025 hat der Umweltausschuss des Senats einem entsprechenden Vorschlag des Ministerrats zugestimmt. Demnach sollen Stromverteiler – im Zuge der Übernahme der EU-Richtlinie 2024/1711 zur Reform des Strommarktdesigns in der Europäischen Union – in Zukunft verpflichtet werden, Vertragsmodelle mit einer „dynamischen” Preisgestaltung anzubieten, „damit die Verbraucherinnen und Verbraucher dazu angeregt werden, ihren Stromkonsum auf der Grundlage der stündlichen Preisentwicklung anzupassen”. 

Die EU-Richtlinie 2024/1711 will den Strommarkt in Europa umgestalten. Mit einem neuen „Design” sollen in Zukunft „übermäßig hohe” Preise für elektrische Energie EU-weit reduziert werden. Die Bestimmungen der Richtlinie müssen von den Mitgliedstaaten, vorbehaltlich einzelner Regelungen, bis zum 17. Juli 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. 

Die Ausrichtung des eigenen Verbrauchs auf die – im Tagesverlauf stark schwankende – Erzeugung erneuerbarer Energie, könnte mit entsprechend ausgestalteten Verträgen durchaus zu Preisvorteilen führen. Ein Beispiel: Solarenergie wird vor allem in der Mittagszeit erzeugt, wenn der Stromverbrauch gering ist. Die Folge ist eine zeitlich begrenzte Überproduktion mit negativen Strompreisen, von denen dieVerbraucherinnen und Verbraucher bislang allerdings nicht profitieren.

Der Energieversorger Engie – neben Électricité de France (EdF) und TotalEnergies der drittgrößte Energiekonzern in Frankreich – hat ein Ökostromangebot lanciert, das sich an der Volatilität auf den Strommärkten orientiert: So können Kundinnen und Kunden von Engie ein Zeitfenster von zwei Stunden zwischen 13 und 17 Uhr wählen, in dem sie die Ware Strom kostenfrei beziehen. Engie will damit nicht nur neue Kundinnen und Kunden gewinnen, sondern diese auch dafür sensibilisieren, den Verbrauch stärker an die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien anzupassen – also Waschmaschine, Spülmaschine oder Elektroauto so zu programmieren, dass sie tagsüber Strom aus dem Netz beziehen. 
Seit dem Januar 2025 sind in Deutschland alle Stromversorger gesetzlich verpflichtet, Kunden mit digitalen Messsystem (Smart Meter) mindestens einen dynamischen Stromtarif anzubieten- 

Ein dynamischer Stromtarif ist ein Tarifmodell, das die tagesaktuellen Strompreise an der Strombörse widerspiegelt. Wenn viel Strom im Netz verfügbar ist, ist auch der Preis niedrig. Wenn Strom knapp ist, steigt der Preis an. Im Gegensatz zu Fixpreis-Tarifen, bei denen der Strompreis über einen bestimmten Zeitraum konstant bleibt, wird der Preis bei dynamischen Tarifen in kurzen Zeitabständen (15 Minuten) angeglichen. Damit die Kundinnen und Kunden davon profitieren können, ist ein intelligenter Stromzähler notwendig, der den Verbrauch zeitgenau erfasst. Wer Strom, etwa beim Aufladen eines Elektroautos, nutzt, wenn er billig ist, kann mit einem dynamischen Tarif sparen und trägt zudem dazu bei, das Stromnetz zu entlasten.
 
 
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