Renaissance der Kernkraft?
10.10.2025
Am 2. Oktober 2025 hat der Ministerrat in Rom einem Ermächtigungsgesetz (legge delega) zur Wiedereinführung der Kernenergie zugestimmt. Der Gesetzentwurf wird jetzt an das Parlament weitergeleitet. Die erste Lesung findet voraussichtlich in der Abgeordnetenkammer statt.
Laut Artikel 1 kann die Regierung innerhalb von 12 Monaten die zukünftige Nutzung der Atomenergie, die mit Atomanlagen kombinierte Erzeugung von Wasserstoff, das Management radioaktiver Abfälle, die Errichtung und Führung von End- und Zwischenlagern für radioaktive Abfälle sowie die Forschung und Entwicklung im Bereich der Fusionsenergie gesetzlich regeln. Ein gesamtstaatliches Programm zum Aufbau einer „nachhaltigen” Kernenergieproduktion soll die entsprechenden Leitlinien formulieren. In Erwägung zieht das Gesetz auch die Einrichtung einer unabhängigen Verwaltungsbehörde für nukleare Sicherheit. Es ist außerdem vorgesehen, ein „technologisches Benchmarking” der verfügbaren Lösungen durchzuführen, einschließlich „modularer oder fortschrittlicher“ Technologien. Danach sollen Kriterien für Standortwahl, Genehmigung, Anlagensicherheit und Ausgleichsmaßnahmen für betroffene Regionen definiert werden.
Kurzfristige Lösungen kann auch die Renaissance der Kernkraft nicht anbieten. Die jüngsten Bauzeiten in westlichen Ländern oder von Unternehmen, die nicht aus Russland oder China stammen, betrugen laut einem neuen Grundlagenbericht der Akademien der Wissenschaften der Schweiz („Perspektiven für die Kernenergie in der Schweiz”, 2025) mindestens acht Jahre. „Bei den europäischen Kernreaktoren in Finnland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich kam es zu Verzögerungen von bis zu zwölf Jahren, was zum Teil auf erstmalige Projekte, späte Konstruktionsänderungen, regulatorische Unsicherheiten, Mangel an qualifiziertem Personal und Erfahrung oder auf die fehlende organisatorische Zusammenarbeit in der Lieferkette zurückzuführen ist. Die europäische und US-amerikanische Nuklearindustrie hat in den letzten zehn Jahren nur wenige neue Anlagen gebaut oder baut sie derzeit, und die japanische Industrie hat seit 2007 keine neuen Anlagen mehr errichtet. Heute sind China und Russland bei weitem die wichtigsten Konstruktionsländer”.
Und: „Die Kernenergie kann kurzfristige Schwankungen bei den erneuerbaren Energien kaum ausgleichen. Ein lastabhängiger Betrieb ist zwar möglich, aber begrenzt und finanziell unvorteilhaft. Der kurzfristige Ausgleich von PV und Wind kann durch Wasserkraft (z. B. Pumpspeicher), Batteriespeicher (in der Nähe von Produktionsanlagen), Nachfragesteuerung oder grenzüberschreitenden Handel (im Falle eines Stromabkommens mit der EU) erreicht werden. ”
Link: Perspektiven für die Kernenergie in der Schweiz
Link: Ermächtigungsgesetz (legge delega)
Laut Artikel 1 kann die Regierung innerhalb von 12 Monaten die zukünftige Nutzung der Atomenergie, die mit Atomanlagen kombinierte Erzeugung von Wasserstoff, das Management radioaktiver Abfälle, die Errichtung und Führung von End- und Zwischenlagern für radioaktive Abfälle sowie die Forschung und Entwicklung im Bereich der Fusionsenergie gesetzlich regeln. Ein gesamtstaatliches Programm zum Aufbau einer „nachhaltigen” Kernenergieproduktion soll die entsprechenden Leitlinien formulieren. In Erwägung zieht das Gesetz auch die Einrichtung einer unabhängigen Verwaltungsbehörde für nukleare Sicherheit. Es ist außerdem vorgesehen, ein „technologisches Benchmarking” der verfügbaren Lösungen durchzuführen, einschließlich „modularer oder fortschrittlicher“ Technologien. Danach sollen Kriterien für Standortwahl, Genehmigung, Anlagensicherheit und Ausgleichsmaßnahmen für betroffene Regionen definiert werden.
Kurzfristige Lösungen kann auch die Renaissance der Kernkraft nicht anbieten. Die jüngsten Bauzeiten in westlichen Ländern oder von Unternehmen, die nicht aus Russland oder China stammen, betrugen laut einem neuen Grundlagenbericht der Akademien der Wissenschaften der Schweiz („Perspektiven für die Kernenergie in der Schweiz”, 2025) mindestens acht Jahre. „Bei den europäischen Kernreaktoren in Finnland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich kam es zu Verzögerungen von bis zu zwölf Jahren, was zum Teil auf erstmalige Projekte, späte Konstruktionsänderungen, regulatorische Unsicherheiten, Mangel an qualifiziertem Personal und Erfahrung oder auf die fehlende organisatorische Zusammenarbeit in der Lieferkette zurückzuführen ist. Die europäische und US-amerikanische Nuklearindustrie hat in den letzten zehn Jahren nur wenige neue Anlagen gebaut oder baut sie derzeit, und die japanische Industrie hat seit 2007 keine neuen Anlagen mehr errichtet. Heute sind China und Russland bei weitem die wichtigsten Konstruktionsländer”.
Und: „Die Kernenergie kann kurzfristige Schwankungen bei den erneuerbaren Energien kaum ausgleichen. Ein lastabhängiger Betrieb ist zwar möglich, aber begrenzt und finanziell unvorteilhaft. Der kurzfristige Ausgleich von PV und Wind kann durch Wasserkraft (z. B. Pumpspeicher), Batteriespeicher (in der Nähe von Produktionsanlagen), Nachfragesteuerung oder grenzüberschreitenden Handel (im Falle eines Stromabkommens mit der EU) erreicht werden. ”
Link: Perspektiven für die Kernenergie in der Schweiz
Link: Ermächtigungsgesetz (legge delega)
