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Preisstabilität und Energie

09.04.2026
Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen birgt Risiken für die Preisstabilität – das schreibt Frank Elderson, Mitglied des Direktoriums und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsgremiums der Europäischen Zentralbank (EZB), in einem Beitrag für den EZB-Blog. Demnach sei die Energieabhängigkeit Europas „mittlerweile eine der verwundbarsten Stellen unserer Wirtschaft“. Und: „Europa zählt nach wie vor zu den entwickelten Volkswirtschaften, die besonders stark von der Einfuhr fossiler Brennstoffe abhängig sind. Diese Schwachstelle trat nach dem ungerechtfertigten Einmarsch Russlands in die Ukraine deutlich hervor: Im Oktober 2022 kletterte die Inflation im Euroraum aufgrund des sprunghaften Anstiegs der Energiepreise auf 10,6 Prozent, und manche sprachen damals von einer ‚Fossilflation‘.“

An dieser Abhängigkeit habe sich seitdem wenig geändert. Der Konflikt im Nahen Osten habe die Energiekosten in Europa wieder in die Höhe getrieben. Dieser „externe Schock“ könnte die Inflation erhöhen und das Wachstum verringern.

Das Fazit: „Europa kann geopolitische Risiken nicht aus der Welt schaffen. Es kann die Angriffsfläche für sie aber deutlich verkleinern. Am besten lässt sich dies durch die Verringerung der Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen und die Beschleunigung einer geordneten Umstellung auf heimische saubere Energie erreichen.“ Würde Europa seine Ziele für erneuerbare Energien erreichen, würden die Energiepreise weitaus weniger von volatilen globalen Energiemärkten beeinflusst. Dass sich Investitionen in saubere Energien lohnen, zeigen laut dem Bol-Beitrag die Erfahrungen Spaniens: Schätzungen der Banco de España zufolge waren die Großhandelspreise für Strom dort Anfang 2024 etwa 40 Prozent niedriger, als sie es gewesen wären, wenn das Land weiterhin nur so viel Energie mit Windkraft- und Solaranlagen erzeugt hätte wie 2019.

Frank Elderson: „Bisweilen wird der Einwand erhoben, dass eine solche Umstellung untragbar teuer sei. Und tatsächlich müssen laut Europäischer Kommission in den Jahren 2026 bis 2030 pro Jahr rund 660 Milliarden Euro investiert werden. Es wäre jedoch äußerst irreführend, ausschließlich auf diese Kosten zu blicken. Denn durch Investitionen in saubere, nachhaltige Energie erübrigt sich ein Großteil der Ausgaben für fossile Brennstoffe. Derzeit gibt Europa Jahr für Jahr knapp 400 Milliarden Euro für die Einfuhr fossiler Brennstoffe aus. Bei der Erzeugung heimischer erneuerbarer Energien fallen indes strukturell niedrigere Grenzkosten an. Daher gilt: ‚Wenn die Infrastruktur einmal steht, ist die Energieerzeugung praktisch umsonst.‘“niedrigere Grenzkosten an. Daher gilt: "Wenn die Infrastruktur einmal steht, ist die Energieerzeugung praktisch umsonst”.
 
 
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