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EURAC: KLIMA UND ENERGIE

18.12.2025
Eine Modernisierung der Stromnetze, der Bau von Stromspeichern und die Förderung von Erzeugungstechnologien mit geringem Wasserbedarf: Das empfiehlt das Wissenschaftszentrum EURAC Research in der neuen Studie „Klimarisiken und Anpassung – Wege zu einem klimaresilienten Südtirol“. 18 Monate lang haben 29 Forscherinnen und Forscher an der 192 Seiten umfassenden Publikation gearbeitet. Koordiniert wurde das Projekt vom Center for Climate Change and Transformation.

Zu den neun untersuchten Forschungsbereichen – wie etwa Biodiversität, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus oder Wassermanagement – gehört auch die Energieversorgung. Demnach werde sich der Strombedarf in Südtirol bis 2026 voraussichtlich verdoppeln. Der Umstieg auf Elektrofahrzeuge und die Installation von Wärmepumpen in Alt- und Neubauten haben bereits zu einem Anstieg des Stromverbrauchs geführt. „Bis zum Jahr 2045 müssen in Südtirol schätzungsweise 80.000 fossile Heizungsanlagen vor allem durch Wärmepumpen ersetzt werden. Bis zum Jahr 2030 soll sich der Anteil der Wärmepumpen am Wärmebedarf der Neubauten in Südtirol außerhalb der Fernwärmegebiete im Vergleich zum Jahr 2019 verdreifachen”, schreibt das EURAC-Team. Südtirol müsse daher „den steigenden Strombedarf aus der Elektrifizierung der Sektoren Verkehr, Wärme und Industrie durch alternative Stromerzeugungsquellen wie Photovoltaik, Biomasse oder Biogas decken”. Dies sei „von besonderer Bedeutung, da steigende Temperaturen eine Verringerung der Wasserressourcen zur Folge haben können, wodurch der Betrieb von Wasserkraftwerken bei voller Kapazität eingeschränkt wird”. 

Die Forscherinnen und Forscher fordern zudem einen „erheblichen Ausbau der Übertragungs- und Speicherinfrastruktur”, um zusätzliche erneuerbare Energien in die Stromnetzwerke integrieren zu können. „Eine zuverlässige und nachhaltige Stromversorgung auf der Grundlage erneuerbarer Energiequellen, die auch kalte und dunkle Perioden überstehen kann (Dunkelflaute), erfordert eine Kombination aus Verbundnetzen und verschiedenen Flexibilitätsoptionen, darunter Wasserkraftspeicher, Batterien (z. B. aus Elektroautos), Power-to-Gas und flexible Gas- und Biomassekraftwerke.“ Die Modernisierung der Stromnetze und die Entwicklung von Smart Grids seien „von entscheidender Bedeutung, um den wachsenden Anteil intermittierender erneuerbarer Energien aufnehmen zu können”. 

Im Bereich der Wasserkraft – der wichtigsten Stromquelle in Südtirol – erwarten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler klimabedingte Veränderungen des Wasserpotenzials. „Insbesondere der Rückgang der Schneeakkumulation aufgrund steigender Temperaturen dürfte die Verlagerung der Abflussmengen vom Winter auf das späte Frühjahr und den Sommer verringern, was die Wasserkraftunternehmen in Südtirol dazu veranlasst, ihre Wasserbewirtschaftungsstrategien zu überprüfen, um ihre Einnahmen zu maximieren”. Und: „Für die Schweiz – Fallstudie des Wasserkraftwerks Mattmark – wurden für ein von Schnee und Eis dominiertes Wasserkraftwerk ähnliche saisonale Abflussverschiebungen und bis 2050 ein potenzieller Verlust in der Stromproduktion von bis zu 27 Prozent prognostiziert.”
 
 
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