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Die Energie-Pumpen

21.01.2026
Pumpspeicherkraftwerke werden immer attraktiver. Ist Strom im Überfluss vorhanden, pumpen diese Anlagen – mit billig eingekaufter elektrischer Energie – Wasser von einem unteren See in einen höheren und erzeugen damit – wie eine große Batterie – Strom, wenn Sonne und Wind zu wenig Energie produzieren und die Preise an den Strombörsen hoch sind. Kurz gesagt: Pumpspeicherkraftwerke stabilisieren das Stromnetz und sind daher ein überaus wichtiges Element für die Energiewende.

In Deutschland stellen 29 Anlagen eine Gesamtspeicherkapazität von 24 bis zu 40 Gigawattstunden bereit. Der Energiekonzern Uniper investiert 250 Millionen Euro in den Standort Happurg in Bayern, um das seit 2011 stillgelegte Pumpspeicherwerk dort bis 2028 wieder in Betrieb zu nehmen. EnBW baut in Baden-Württemberg bis 2027 den bestehenden Pumpspeicherstandort Forbach aus und Vattenfall plant mit dem Projekt „PULS“ den Neubau einer Anlage mit 500 Megawatt Leistung im Thüringer Schiefergebirge. Hinter der Renaissance der Speicherwerke steht vor allem die Volatilität der erneuerbaren Energien. Batterien, die bei „Dunkelflauten” eingesetzt werden können, sind teuerer und weniger effizient als Pumpspeicherwerke. Außerdem können diese Anlagen „auf Knopfdruck” erneuerbare elektrische Energie über einen Zeitraum bereitstellen, der – anders als Batterien – auch mehrere Tage umfassen kann. In Österreich sind landesweit 32 „grüne Alpenbatterien“ in Betrieb.

In Südtirol gibt es heute – im Ultental – zwei kleine Pumpspeicherkraftwerke: Weißbrunn (Grünsee-Weißbrunnsee) und Kuppelwieser Alm (Arzkarsee-Weißbrunnsee). In Nordtirol wird derzeit ein großes unterirdisches Pumpspeicherkraftwerk gebaut. Mit rund einer Milliarde Euro Investitionsvolumen ist der Ausbau des in den 1980er-Jahren errichteten Pumpspeicherkraftwerks Sellrain-Silz dasgrößte Erweiterungsprojekt des landeseigenen Tiroler Energieversorgers TIWAG. Dabei entsteht neben dem Jahresspeicher Finstertal mit seinen 60 Millionen Kubikmetern Nutzinhalt auf etwas geringerer Seehöhe der neue Speicher Kühtai, der rund 31 Millionen Kubikmeter Wasser fassen kann. Zwischen beiden Becken errichtet die TIWAG einen Druckstollen sowie das Kavernenkraftwerk Kühtai 2. Die jährliche Stromerzeugung erhöht sich durch den Ausbau um etwa 216 Gigawattstunden (GWh) oder 41 Prozent auf 747 GWh. Das Großprojekt soll 2026  abgeschlossen werden.
 
 
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