Der Windgipfel
16.01.2026
Die Nordsee hat sich zum weltweit größten Zentrum für Offshore-Windenergie entwickelt. Mit derzeit 101 in Betrieb befindlichen Windparks und einer installierten Leistung von rund 37 Gigawatt übertrifft sie andere maritime Regionen wie das Süd- oder Ostchinesische Meer deutlich. Sechs Anrainerstaaten – Großbritannien, Deutschland, die Niederlande, Belgien, Dänemark und Norwegen – tragen gemeinsam zu dieser Führungsrolle bei. Begünstigt wird der Ausbau durch die ausgedehnten flachen Meeresböden, die sich besonders für die Installation am Boden verankerter Offshore-Anlagen eignen.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Ausbau der Windenergie auf See und der Wasserstoffinfrastruktur ausweiten: Das ist das Ziel des dritten internationalen Nordsee-Gipfels, der am 26. Januar in Hamburg stattfinden wird. Eingeladen sind die Staats- und Regierungschefs sowie Energieministerinnen und Energieminister aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen und die Europäische Kommission sowie erstmals auch Island und die NATO. Zudem werden über 100 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter an diesem Gipfel teilnehmen.
Ziel des Treffens ist es, national und im Rahmen länderübergreifender Projekte bis zu 300 Gigawatt an Offshore-Windenergie bereitzustellen und die Offshore-Flächen besser zu einem „einzigen großen Nordseekraftwerk“ zu vernetzen. In der Nordsee könnte somit der „größten Energie-Hub der Welt“ entstehen. Schätzungen europäischer Übertragungsnetzbetreiber zufolge könnte die dort installierten Windkraftwerke bis zum Jahr 2050 40 Prozent des europäischen Strombedarfs decken. So könnte das deutschen Offshore-Ziel (70 GW bis 2045) auf Flächen in den dänischen und schwedischen Gewässern erreicht werden. Der Hintergrund: In deutschen Hoheitsgewässern sind die Erträge aufgrund von „Verschattungseffekten“ geringer als ursprünglich erwartet. Pro Quadratkilometer werden in deutschen Seegebieten zumeist acht bis zehn Megawatt an Kapazitäten installiert (Dänemark: vier bis fünf Megawatt) - und damit nehmen sich diesen Anlagen gegenseitig den kostbaren Wind weg.
Der Zubau schreitet in der Nordsee weiter voran - wenn auch verlangsamter Geschwindigkeit. 2025 kamen etwa 1,6 Gigawatt aus drei neuen Projekten hinzu, darunter Moray West und Neart Na Goithe in Großbritannien sowie der Park Goode in der deutschen Nordsee. Aktuell befinden sich weitere Anlagen mit einer Leistung von sieben Gigawatt im Bau, darunter auch das Projekt Dogger Bank, das mit 3,6 Gigawatt nach Fertigstellung der größte Offshore-Windpark der Welt sein wird. In Europa dominiert Großbritannien die Offshore-Winkraft: Britische Windparks verfügen über eine installierte Kapazität von 16,6 Gigawatt (Deutschland: 9,1 Gigawatt, Niederlande 4,7 Gigawatt, Italien: 30 Megawatt - Stand: 1. Halbjahr 2025)
Die Betriebskosten von Windrädern sind niedrig: Der Wind weht gratis und die Wartungskosten auf See sind gering. Selbst wenn man die Kosten für den Bau mit einrechnet, sind Windräder heute die kostengünstigste Technologie zur Stromerzeugung. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) schätzt die Stromgestehungskosten von Onshore-Anlagen auf 4,3 bis 9,2 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten von Offshore-Anlagen liegen etwa einen Cent darüber. Zum Vergleich: In einem Braunkohlekraftwerk betragen die Stromgestehungskosten wischen 15,1 und 25,7 Cent und in mit Gasturbinen angetriebenen Kraftwerken zwischen 15,4 und 32,6 Cent.
Auch in der Nordsee gewinnt die grenzüberschreitende Strominfrastruktur an Bedeutung. Offshore-Stromverbindungen ermöglichen bereits heute einen Ausgleich von Erzeugung und Nachfrage zwischen den angrenzenden Ländern. Die Nordseeanrainerstaaten vereinen rund die Hälfte des industriellen Energiebedarfs in Europa. Die Transformation der Nordsee von einem Öl- und Gasrevier zu einem innovativen und nachhaltigen Kraftzentrum erneuerbarer Energie zählt damit zu den zentralen strategischen Chancen Europas – vorausgesetzt, die regionale Zusammenarbeit wird weiter vertieft.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Ausbau der Windenergie auf See und der Wasserstoffinfrastruktur ausweiten: Das ist das Ziel des dritten internationalen Nordsee-Gipfels, der am 26. Januar in Hamburg stattfinden wird. Eingeladen sind die Staats- und Regierungschefs sowie Energieministerinnen und Energieminister aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen und die Europäische Kommission sowie erstmals auch Island und die NATO. Zudem werden über 100 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter an diesem Gipfel teilnehmen.
Ziel des Treffens ist es, national und im Rahmen länderübergreifender Projekte bis zu 300 Gigawatt an Offshore-Windenergie bereitzustellen und die Offshore-Flächen besser zu einem „einzigen großen Nordseekraftwerk“ zu vernetzen. In der Nordsee könnte somit der „größten Energie-Hub der Welt“ entstehen. Schätzungen europäischer Übertragungsnetzbetreiber zufolge könnte die dort installierten Windkraftwerke bis zum Jahr 2050 40 Prozent des europäischen Strombedarfs decken. So könnte das deutschen Offshore-Ziel (70 GW bis 2045) auf Flächen in den dänischen und schwedischen Gewässern erreicht werden. Der Hintergrund: In deutschen Hoheitsgewässern sind die Erträge aufgrund von „Verschattungseffekten“ geringer als ursprünglich erwartet. Pro Quadratkilometer werden in deutschen Seegebieten zumeist acht bis zehn Megawatt an Kapazitäten installiert (Dänemark: vier bis fünf Megawatt) - und damit nehmen sich diesen Anlagen gegenseitig den kostbaren Wind weg.
Der Zubau schreitet in der Nordsee weiter voran - wenn auch verlangsamter Geschwindigkeit. 2025 kamen etwa 1,6 Gigawatt aus drei neuen Projekten hinzu, darunter Moray West und Neart Na Goithe in Großbritannien sowie der Park Goode in der deutschen Nordsee. Aktuell befinden sich weitere Anlagen mit einer Leistung von sieben Gigawatt im Bau, darunter auch das Projekt Dogger Bank, das mit 3,6 Gigawatt nach Fertigstellung der größte Offshore-Windpark der Welt sein wird. In Europa dominiert Großbritannien die Offshore-Winkraft: Britische Windparks verfügen über eine installierte Kapazität von 16,6 Gigawatt (Deutschland: 9,1 Gigawatt, Niederlande 4,7 Gigawatt, Italien: 30 Megawatt - Stand: 1. Halbjahr 2025)
Die Betriebskosten von Windrädern sind niedrig: Der Wind weht gratis und die Wartungskosten auf See sind gering. Selbst wenn man die Kosten für den Bau mit einrechnet, sind Windräder heute die kostengünstigste Technologie zur Stromerzeugung. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) schätzt die Stromgestehungskosten von Onshore-Anlagen auf 4,3 bis 9,2 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten von Offshore-Anlagen liegen etwa einen Cent darüber. Zum Vergleich: In einem Braunkohlekraftwerk betragen die Stromgestehungskosten wischen 15,1 und 25,7 Cent und in mit Gasturbinen angetriebenen Kraftwerken zwischen 15,4 und 32,6 Cent.
Auch in der Nordsee gewinnt die grenzüberschreitende Strominfrastruktur an Bedeutung. Offshore-Stromverbindungen ermöglichen bereits heute einen Ausgleich von Erzeugung und Nachfrage zwischen den angrenzenden Ländern. Die Nordseeanrainerstaaten vereinen rund die Hälfte des industriellen Energiebedarfs in Europa. Die Transformation der Nordsee von einem Öl- und Gasrevier zu einem innovativen und nachhaltigen Kraftzentrum erneuerbarer Energie zählt damit zu den zentralen strategischen Chancen Europas – vorausgesetzt, die regionale Zusammenarbeit wird weiter vertieft.
