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Pressemitteilung 16.04.2014 - Vollversammlung SEV 2014

Was in der Südtiroler Energielandschaft geschieht, hat Auswirkungen auf Europa. Der Alpenraum sei schließlich der „zentrale Energiespeicher für die großen Verbrauchszentren“ und spiele im europäischen Energiesystem eine herausragende Rolle, sagte der Präsident des Europäischen Forums Alpbach, Franz Fischler, heute Vormittag in einer Videobotschaft an die Vollversammlung des Südtiroler Energieverbands (SEV) im Museion in Bozen. Fischler, der aus gesundheitlichen Gründen nicht anreisen konnte, wies auch auf eine zweite „Energiewende“ hin. „Wir sollten die Energieversorgung neu denken und bereit sein, in Innovation zu investieren.“ Mit gutem Grund: Denn in Zukunft werden aus Energieversorgungsunternehmen, die es gewohnt sind, Energie zu verlaufen, Energiedienstleister mit vielen Angeboten werden. „Smarte Konsumenten“ werden dann umfassende Servicepakete erwerben – und eben nicht mehr nur Strom und Wärme konsumieren.

Eine vom Südtiroler Energieverband beim Consulting-Unternehmen Pöyry in Auftrag gegebene „Analyse der kooperativen Energieversorgung in Südtirol im europäischen Kontext“ kommt zum gleichen Ergebnis. Der Strommarkt ist im Wandel – auch in Südtirol. Heute produzieren auf dem Südtiroler Markt – neben den „Big-Playern“ Etschwerke und SEL – Genossenschaften, Stadtwerke und private Unternehmen pro Jahr etwa 1.000 Gigawattstunden Strom aus „sauberer“ Wasserkraft. Diese „Südtiroler Energie“ wird schon heute an 85.000 Kunden geliefert. Aber gerade dieser bodenständig und bürgernah aufgestellte Unternehmenspool wird auf die Zulieferung von Service-Leistungen angewiesen sein, um am Markt bestehen zu können. Denn nicht alle kleinen und mittleren Betriebe können alle Dienste selbst entwickeln. Der Südtiroler Energieverband wird seine Angebote daher weiter ausbauen und sich als landesweit tätiger Service-Provider positionieren.

Der SEV will dieses Segment der Südtiroler Energiewirtschaft als Dienstleistungsplattform tragen. Schon heute engagiert sich der Verband für die Energieversorgung der Zukunft. So unterstützt der SEV 15 Südtiroler Gemeinden und das Vinschger Energiekonsortium (VEK) bei der Übernahme der an die Selnet AG übertragenen Enel-Leitungen. Und dass ist auch eine Voraussetzung für die Umsetzung des „Vinschger Strommodells“, das eine genossenschaftliche Alternative sein könnte – und eine Vorlage für andere Landesteile. „Warum soll ein Zusammenschluss von Gemeinden, wenn das wirtschaftlich sinnvoll ist, die Stromverteilung nicht genossenschaftlich organisieren dürfen? Die Vorteile liegen ja auf der Hand: Eine lokal verwaltete Energieversorgung rückt näher an die Bürgerinnen und Bürger und stellt die Lieferung von günstigem Strom sicher, den unsere Unternehmen fordern“, erklärt SEV-Präsident Hanspeter Fuchs. Faire Bedingungen für alle Gemeinden, die sich dazu entschließen, seien aber „eine unverzichtbare Grundlage für den Erfolg“.

„Kooperation statt Konfrontation“ und „Pluralismus wagen“: Konsequent setzte der SEV heute auf Meinungsvielfalt.
Im Museion diskutierten der Direktor des Ressorts Raumentwicklung, Umwelt und Energie, Florian Zerzer, der
SVP-Kammerabgeordnete Albrecht Plangger, der Präsident der SEL AG, Wolfram Sparber, der Vizepräsident der Etschwerke AG, Siegfried Tutzer, SEV-Geschäftsführer Rudi Rienzner, der Direktor der Landesagentur für Umwelt, Flavio Ruffini, und der Vertreter der Pöyry Management Consulting Austria GmbH, Horst Dulle, über Zukunftstrends und eine „vielstimmige“ Konsolidierung der Südtiroler Energiewirtschaft. Dabei unterstützte Pöyry die energiepolitische „Vision“ des Südtiroler
Energieverbands. Demnach wird die „Dezentralisierung der Energiesysteme weiter voranschreiten“. Eine direkte Folge dieser langfristigen Entwicklung: Energiegenossenschaften spielen eine immer größere Rolle. Heute wird mehr als die Hälfte der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie in Deutschland und Dänemark von Genossenschaften getragen. Small is beautiful: Dieser Trend betrifft aber nicht nur die EU. In den USA werden 42 Millionen Menschen oder 12 Prozent der Bevölkerung mit genossenschaftlichem Strom versorgt.
 
 
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