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Pressemitteilung 10.04.2015 - SEV Vollversammlung

Im Zeitalter der erneuerbaren Energien ist nichts mehr so wie es früher einmal war: Die „Energiewende“ bedingt einerseits eine starke Dezentralisierung und andererseits eine intensive Vernetzung über intelligente Netze und kooperative Serviceleistungen. Wie wird die Energielandschaft der Zukunft – auch in Südtirol – aussehen? Darüber diskutierten heute im Rahmen der Vollversammlung des SEV im Merkantilgebäude in Bozen Energielandesrat Richard Theiner, der Präsident der SEL AG Wolfram Sparber, der SVP-Kammerabgeordnete Albrecht Plangger, der Geschäftsführer des SEV Rudi Rienzner und Stephan Kohler, der auch den Gastvortrag hielt. Stephan Kohler gehört – als einer der führenden Experten im Bereich der europäischen Energiepolitik – dem Präsidium des Weltenergierats (WEC) an und berät die deutsche Bundesregierung. Bis Ende 2014 leitete er die Deutsche Energie-Agentur (dena) – ein Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien und intelligente Energiesysteme.

Wenn die „Energiewende“ mit den Zielen Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Sozialverträglichkeit Erfolg haben soll, müsse die Bereitstellung von Energiedienstleistungen in den Mittelpunkt rücken – und dafür brauche es neue Technologien, Kapital, Know-How, Marketingstrategien und die Entwicklung eines breiten Serviceangebots, sagte Stephan Kohler. Die Optimierung der Energieversorgung müsse „vom Kunden her gedacht werden“. Und: „Energiewende“ bedeute „Innovation in allen Bereichen“.

Die Entwicklung innovativer Energiedienstleistungen, die dezentrale Architektur der Südtiroler Energiewirtschaft, die Knüpfung von Netzwerken und Kundenfreundlichkeit – das sind Stichworte, die auch für die Arbeit des SEV stehen. Heute vertritt der Verband 306 Mitglieder und darunter sind 77 Genossenschaften und Konsortien, 195 Betriebe und 34 Gemeinden und öffentliche Körperschaften. Damit hat sich die Anzahl der SEV-Mitglieder in nur fünf Jahren nahezu verdoppelt. In den vergangenen Monaten hat der SEV sein Dienstleistungsangebot weiter ausgebaut: Im Oktober 2014 ging das SEV-Energieportal online, im März startete die neue Rechtsberatung. Gleichzeitig hat der Verband sein Fachpersonal weiter aufgestockt. „Wir reagieren damit auf die große Nachfrage und erweitern unseren Service, vom Stromhandel über die Fernwärmeversorgung bis zur Elektromobilität“, erklärt SEV-Geschäftsführer Rudi Rienzner. Der SEV wächst also – und will sich in Südtirol als unabhängige Dienstleistungsplattform für kleine und mittlere Unternehmen, Genossenschaften und Stadtwerke positionieren. Dabei setzt der SEV auf die kooperative Vernetzung mit seinen Partnern.

Gemeinsam entwickelte Dienstleistungen und Innovationen werden in diesem dicht geknüpfen Netz, das von eigenverantwortlichen „Knoten“ gehalten wird und in dessen Mittelpunkt der SEV als Vermittler, Lobbyist, Projektentwickler und Serviceanbieter steht, ausgetauscht. Das Ergebnis ist ein flexibler Energiepool, der auf den Aufbau zentraler Bürokratien verzichtet und den Wissenstransfer ebenso garantiert wie die kollektive Vertretung der eigenen Interessen. Hier sind also viele „Köpfe“ am Werk und gerade das ist der Vorteil dieses Kooperationsmodells, das dem europäischen Trend entspricht.

Damit will der SEV – gerade angesichts der Fusion der Marktführer SEL und Etschwerke – kleinen und mittleren Versorgern, die vor allem in der Peripherie angesiedelt sind, den Rücken stärken. „Initiativen wie die Übernahme der Stromverteilung durch einzelne Gemeinden müssen auch in Zukunft möglich sein. Das gilt auch für die Gründung von Verteilergenossenschaften in den Gemeinden oder – warum auch nicht – auf Bezirksebene. Schließlich können nur kundennah arbeitende Genossenschaften die Stromkosten für Haushalte und Betriebe spürbar senken“, sagt SEV-Präsident Hanspeter Fuchs, der bei den heutigen Vorstandswahlen ebenso bestätigt wurde wie SEV-Vizepräsident Georg Wunderer.

Nachdenken über Energie – das findet häufig im europäischen Kontext statt. Im vergangenen Mai ist der SEV dem Europäischen Verband der unabhängigen Strom- und Gasverteilerunternehmen (GEODE) beigetreten und nimmt seitdem im GEODE-Netzwerk an der Know-How-Vermittlung und an den Diskussionsveranstaltungen teil. So lud Geode im März 2015 europäische und US-amerikanische Energiegenossenschaften zu einem transatlantischen Meinungsaustausch nach Brüssel. „Dabei haben sich viele Gemeinsamkeiten zwischen der Genossenschaftsgeschichte in den USA und der Entwicklung des Genossenschaftswesens in Südtirol ergeben“, sagt Rudi Rienzner. Über die eigenen Grenzen schauen: Auch das ist globales Denken– und dezentrales Handeln.

Foto: Podiumsdiskussion v.l.n.r.: Gudrun Esser (RAI Südtirol), Stephan Kohler (WEC), Wolfram Sparber (SEL AG), Richard Theiner (Landesrat für Raumentwicklung, Umwelt und Energie), Albrecht Plangger (Kammerabgeordneter - SVP), Rudi Rienzner (Geschäftsführer SEV):




 
 
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