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Ein starker Partner

06.09.2018
Tourismus, Landwirtschaft, Handel, Handwerk und Industrie: Diese Schlüsselbereiche der Südtiroler Wirtschaft stützen sich auf einen eigenen Dachverband. Am 12. Dezember 2017 zieht die – seit mehr als 100 Jahren erfolgreich arbeitende – einheimische Energiewirtschaft. gleich: An diesem Tag wird im Energietower in der Bozner Industriezone aus der Genossenschaft Südtiroler Energieverband eine Vereinigung, die seitdem als Dachverband der Energiegenossenschaften, der kleinen und mittleren Energiebetriebe sowie der Stadtwerke auftritt. „Dieser Tag war ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung und Positionierung unseres Verbandes. Vieles hat sich in den vergangenen Jahren geändert, nur eines ist gleichgeblieben: die Aufgabe, uns als Dienstleistungsplattform und Lobbyist um die konkreten Bedürfnisse unserer
Mitglieder zu kümmern, sagt SEV-Präsident Hanspeter Fuchs.

Damit setzt der SEV seine strategische Neuausrichtung konsequent fort. Zur Erinnerung: In den Anfangsjahren bevorzugte
der 2006 gegründete Verband eine kooperative Organisationsform. Serviceangebote und Innovationen wurden in einem eng geknüpften Netzwerk aus eigenverantwortlichen „Knoten“, in dessen Mittelpunkt der SEV stand, ausgetauscht und weiterentwickelt. Interne und externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bildeten einen Kompetenzpool, dessen Elemente eng miteinander verzahnt waren. Kurz gesagt: Dieses Kooperationsmodell bedingte eine kleine und flexible Kernorganisation, die Dienstleistungen ihrer Partnerunternehmen an die Verbandsmitglieder weitervermittelte.

Heute ist vieles anders. So hat der SEV sein Dienstleistungsangebot ausgeweitet und vor allem zentrale Servicebereiche in
die Verbandszentrale verlagert. Beispiele für diese Entwicklung sind der Stromhandel, das eigene Rechenzentrum und – ab dem 1. April 2018 – die Rechtsberatung im eigenen Haus. Diese Ausweitung der eigenverantwortlich übernommenen Tätigkeiten bedingt natürlich auch eine Aufstockung des Personals und die Bereitstellung zusätzlicher Arbeitsplätze. Deshalb hat der SEV im Sommer eine weitere Etage im Energy Tower in Bozen angemietet, die inzwischen bezogen wurde. „Durch die Erweiterung unserer Organisationsstruktur und mit einem hochmotivierten Team an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind wir heute als einziger Verband in Südtirol in der Lage, sämtliche Bereiche unserer Energiewirtschaft kompetent abzudecken“, erklärt SEV-Direktor Rudi Rienzner.

Stichwort Strom: Im April 2016 tritt die Tochtergesellschaft SEV Energies AG erstmals als akkreditierter Händler an der
Mailänder Strombörse auf. Einen Monat später werden die ersten Produktionsanlagen über das Bilanzkreiskonto der SEV Energies AG verwaltet. Seitdem ist die Anzahl der Produktionsanlagen um 34 auf 58 angestiegen. Im Bereich Trading bietet der Verband, neben dem „klassischen" Ein- und Verkauf an der Börse, Re-Buying und Re-Selling Verträge sowie den Aufbau von Strommarken an – und öffnet seinen Mitgliedern damit über den eigenen Verband den Zugang zu komplexen Strommärkten.

Eine Kernaufgabe des Dachverbands ist das Lobbying in Südtirol, in Rom und in Brüssel. Mit Positionspapieren und in
Hintergrundgesprächen mit der Aufsichtsbehörde ARERA setzt sich der SEV für die Interessen der Südtiroler Energiewirtschaft ein. „Von diesem Engagement profitieren alle Energiebetriebe in Südtirol und nicht nur unsere Mitglieder“,
sagt Rudi Rienzner. So ist es dem SEV gelungen, seine Forderungen bei der Einführung des parametrischen Tarifsystems für kleine und mittlere Stromverteiler weitgehend umzusetzen. Für die Anerkennung von Betriebskosten – und deren Umlage auf den Strompreis – werden beim parametrischen Tarif Standardwerte herangezogen und nicht mehr die von den Unternehmen übermittelten Bilanzzahlen. Der SEV hat erreicht, dass Stromlieferanten auf über 600 Höhenmetern ein höherer Tarif zugestanden wird. Ebenso wird bei der Preisgestaltung die Tatsache berücksichtigt, dass Verteiler in Südtirol nur wenige Abnehmer pro Leitungskilometer haben. Zudem werden Investitionen, die aufgrund von großen Produktionsanlagen im eigenen Netz umgesetzt werden müssen oder nach Naturkatastrophen durchzuführen sind, anerkannt.

Stichwort Fernwärme: Mit 77 Anlagen verfügt Südtirol über die höchste Konzentration von Fernheizwerken in Italien. 43
Fernheizwerke gehören dem SEV an – und damit ist der Verband in diesem Marktsegment ein „Schwergewicht“. In enger Zusammenarbeit mit dem italienischen Branchenverband fiper setzt sich der SEV in der Debatte um die Regulierung der
Heizwerke für die Interessen der Südtiroler Betriebe ein. Dieses Lobbying zeigt bereits erste Erfolge: So hat die ARERA Zugeständnisse für die Südtiroler Fernheizwerke in Aussicht gestellt. Dazu forderte die Behörde Informationen über die einzelnen Anlagen an – und beauftragte den SEV mit der Datenerhebung bei seinen Mitgliedsbetrieben. In einer Focusgroup beteiligt sich der SEV inzwischen direkt an der Ausarbeitung der Regulierungsvorschriften. Übrigens: Im Juni hat die
fiper-Vollversammlung SEV-Präsident Hanspeter Fuchs als Vizepräsidenten bestätigt und SEV-Direktor Rudi Rienzner zum ersten Mal in den eigenen Verwaltungsrat gewählt.

Energie überwindet Grenzen: Auch deshalb gehört der SEV dem Europäischen Verband der unabhängigen Strom-und Gasverteiler GEODE, dem Europäischen Verband mittelständischer Energieunternehmen (EVME) und der Interessengemeinschaft der europäischen Energiegenossenschaften REScoop.EU an. Im Juni haben die Mitglieder des italienischen Genossenschaftsverbands Confcooperative Consumo ed Utenza Rudi Rienzner in Bologna in ihre
Verbandsführung gewählt. Dort stellte der SEV-Direktor den Finanzdienstleister National Rural Utilities Cooperative Finance Corporation (CFC) vor, der in den USA mehr als 900 Energiegenossenschaften mit Kapital, Finanzprodukten und
finanztechnischem Know-How versorgt. Ist das CFC-Modell auf Europa übertragbar? Eine Antwort auf diese Frage versucht der SEV im Dialog mit seinen Partnern in der Transatlantic Energy Cooperatives Alliance (TECA) zu finden. Visionen?
Warum nicht! Auch diese Kombination aus Weltoffenheit, Neugier und Bodenständigkeit erzeugt schließlich einen Mehrwert für unsere eigene Energiewirtschaft

 
 
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